Denkmal

William Buddell tödlich verwundet bei Birdaard

Niederlande

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William Thomas Buddell (1920) war einer von mindestens 13 Kanadiern, die während oder infolge des Einsatzes in Friesland getötet wurden oder starben.

William Buddell trat am 25. Juli 1941 in den Militärdienst ein. Und schon bald meldete er sich, wie Tausende seiner Landsleute, freiwillig zum Einsatz in Europa. William wurde zum Offizier ausgebildet und dem Canadian Armoured Corps (gepanzerte Einheiten) zugeteilt. Am 23. März 1942 verließ er das Truppenschiff und setzte seinen Fuß auf britischen Boden. In Großbritannien sammelten sich viele der alliierten Truppen, um zu einem geeigneten Zeitpunkt irgendwo in Europa eingesetzt zu werden. 

Buddell wurde dem 1st Armoured Car Regiment Royal Canadian Dragoons zugeteilt. Dies war eine Aufklärungseinheit mit gepanzerten Fahrzeugen. Die Feuertaufe folgte Anfang November 1943. Das Regiment wurde per Schiff nach Sizilien, Italien, verlegt, wo die Alliierten im Juli gelandet waren. Bis Mitte Januar 1945 leistete das Regiment hier und in Süditalien einen großen Einsatz.  

Um eine Entscheidung an der Front in Nordwesteuropa zu erzwingen, wurden u.a. kanadische Einheiten aus Italien verlegt. Dies galt auch für die Dragoons. Als Buddell nach einem kurzen Urlaub in England zu den Dragoons zurückkehrte, war seine Einheit in den Niederlanden aktiv. Es war jetzt April, und zum ersten Mal wurden die Dragoons als echtes Panzerwagenregiment eingesetzt.  

Buddell erlebte dies alles hautnah mit. Seine Staffel machte spektakuläre Geländegewinne in Friesland. Der Höhepunkt war der 14. April. An diesem Tag verließ die B Squadron Oosterwolde und befreite am Abend Dokkum und erreichte das Wattenmeer. Im Laufe des Tages hatte die von Buddell befehligte Einheit jedes Mal die Vorhut gebildet. Die B Squadron war an einem einzigen Tag bis zu 91 Kilometer vorgedrungen. 

Jetzt, da die Kanadier das Wattenmeer erreicht hatten, waren die deutschen Kräfte in Friesland und Groningen getrennt. Am 15. April wurde jedoch auch deutlich, dass dieser Erfolg eine Kehrseite hatte. Buddell und seine Männer wurden am Nachmittag nach Birdaard geschickt. Dort gab es immer noch Gruppen von Deutschen, und es kam zu Feuergefechten mit den NBS. Die Dragoons griffen auf Ersuchen der NBS in den Kampf ein. Der kanadische Beitrag erwies sich bald als entscheidend. Doch ausgerechnet Buddell wurde am Ende der Schlacht noch von einem Scharfschützen in die rechte Schulter getroffen. 

Die Dragoons leisteten dem stark blutenden Buddell erste Hilfe. Der Regimentsarzt stellte fest, dass kaum noch ein Puls zu fühlen war und fachärztliche Hilfe nötig war. Doch dazu musste er in die Field Dressing Station in Overijssel gebracht werden. 

Auf dem Weg dorthin wurde alles unternommen, um Buddell am Leben zu erhalten. In der Ambulanz wurde noch einmal zusätzliches Blutplasma verabreicht. Doch bei seiner Ankunft um 04:00 Uhr zeigte sich, dass William Buddell gestorben war. 

Die Dragoons waren zwischen dem 12. und 15. April mit großem Vorsprung vor den übrigen Truppen tief nach Friesland vorgedrungen. Die Kehrseite dieses Erfolgs war, dass sie weit davon entfernt waren, Zugang zu medizinischer Spezialversorgung zu haben. Ein Risiko, das Aufklärungseinheiten manchmal eingehen mussten. So auch hier. Für William Buddell wurde dies leider zum Verhängnis.  

Buddell wird in Birdaard mit einer Gedenktafel am Kriegerdenkmal geehrt.